Geboren 1925, kann der Kölner Sänger Ludwig Sebus auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Der Grandseigneur des rheinischen Entertainments ist nicht nur ein exponierter Vertreter der typisch kölschen Liedkultur. Er ist auch ein engagierter Zeitzeuge: Seine Erlebnisse als Mitglied einer unangepassten Jugendbewegung und später als Soldat im Zweiten Weltkrieg motivieren ihn, sich für ein tolerantes und weltoffenes Köln einzusetzen. Nach der Rückkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft trifft er auf eine Stadtgesellschaft, die nichts mehr wissen will von Schuld und Verstrickungen. Die NS-Zeit wird noch Jahrzehnte lang verdrängt – auch im Kölner Karneval, wo sich Ludwig Sebus als „Krätzjersänger“ etablieren kann. Indem der Autor Helmut Frangenberg das Leben dieses außergewöhnlichen Unterhaltungskünstlers beschreibt, gelingt ihm ein lesenswerter Rückblick auf fast einhundert Jahre kölscher Kultur- und Zeitgeschichte.